Absurdesque PDF Drucken E-Mail

Absurdesque

Choreographisches Theater

absurdesque


Zwei Paare warten auf einen Gast. Es klopft – doch „Es ist niemand da!“ Die Smiths haben die Martins eingeladen, und warten gemeinsam mit den Martins auf die Martins. Die Szene ist unverständlich, aber die Darsteller sind urkomisch in der Ernsthaftigkeit ihrer absurden Handlungen. Der vermeintlich erscheinende Gast ist der Herzschlag des Stückes, die immer wiederkehrende Erwartung und Enttäuschung rhythmisiert den sich Richtung Wahn entwickelnden Fortschritt des Stückes. Die Schauspieler sind in ihrem absurden Stück gefangen. Sie wiederholen die Phrasen ihrer Theaterrollen und versuchen daraus authentische Dialoge zu konstruieren. Ein Versuch, der furios scheitert!

"Absurdesque" begegnet den Zuschauern als Kreation absurder Ideen und zersprengter Interaktionsfetzen der SchauspielerInnen untereinander - in Anlehnung an Eugène Ionescos „Die kahle Sängerin“. Sie feuern eine energiereiche Salve neurotisch anmutender, wiederkehrender Interaktionen ab. Sie kreieren eine "Absurdesque" – ein ironisches, hypersensibles und subversives Theatergenre. Die Absurdesque ist gekennzeichnet durch die permanente Reflexion der eigenen Handlungen: Ein Nicht-Theaterstück - kein Vorspiel, kein erkennbarer Handlungsbogen, kein Epilog. Gespannte Körper, wiederkehrende Textfragmente und Musik an der Grenze zwischen Wahnsinn und naivem Kinderlied. Absurdesque folgt keiner erkennbaren Logik, oder doch? In dem Maße, wie die Protagonisten mit ihren hilflosen Versuchen scheitern, authentisch zu sein, werden sie zu höchst authentischen Vertretern all derjenigen, die sich über die Beschaffenheit der eigenen Persönlichkeit Gedanken machen. Die verbissene Energieleistung, mit der eine scheinbare Kohärenz der Ereignisse aufrecht erhalten werden soll, amüsiert einerseits und berührt andererseits zutiefst. "Absurdesque" ist ein intellektuell anspruchsvolles, sehr unterhaltsames und temporeiches postmodernes Bühnenstück.

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Foto: Tom Dombrowski 

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